Kompetenzzentren und ständige Kooperationen

Ständige Kooperation "Byzantinische Archäologie Mainz"

Warum eine Byzantinische Archäologie?

Die Spätantike und das Byzantinische Reich galten noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts lediglich als Epoche des Niedergangs und des Verfalls. Aber gerade die Zeit ab dem 3./4. Jahrhundert n. Chr. ist im Mittelmeerraum ebenso von eigenständigen kulturellen Errungenschaften und vielfältigen Innovationen geprägt. Diese Transformation der Antike ist in den letzten Jahren verstärkt in das Blickfeld der internationalen Forschung geraten. Ein eigener Bereich für „Byzantinische Archäologie“ existiert aber bis heute weder in Deutschland noch anderswo, obwohl das Byzantinische Reich eine zentrale Rolle bei der Herausbildung Europas zu seiner heutigen Struktur gespielt hat.

Die Teilung des Römischen Imperiums in ein Ost- und Westreich vollzog auf politischer Ebene bereits bestehende kulturelle und religiöse Gegensätze. Die ehemals römischen Reichshälften entwickelten sich zu unterschiedlichen Kulturbereichen, den lateinisch-katholischen Westen und den griechisch-slawisch-orthodoxen Osten. Das Byzantinische Reich erlangte besonders auch durch die Christianisierung der Balkanländer und Russlands ein immer größeres Gewicht. Die Byzantinische Kultur war über lange Zeitperioden ein Vorbild für große Teile Europas und hat besonders die Repräsentationsformen der Herrschenden stark beeinflusst.

Diese Entwicklungen bestimmen auch heute noch die politische und kulturelle Topografie der Alten Welt. Aktuelle Prozesse lassen die von unterschiedlichen Traditionen geprägten Regionen wieder stärker zusammenrücken. Diesem Umstand ist auch in der Forschungslandschaft Rechnung zu tragen. Das Forschungszentrum fördert somit nicht nur die interdisziplinäre, sondern auch die länderübergreifende Zusammenarbeit.